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24.10.2016, 15:00 Uhr | K. Bertholdes-Sandrock
Was darf der Mensch im Biosphärenreservat? -
Landesregierung lässt Bevölkerung weitgehend im Unklaren

„Der Informationsbedarf der Bevölkerung über erlaubtes und verbotenes Verhalten im Biosphärenreservat wird auch künftig hoch sein“, stellt CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock fest, nachdem die Antwort der Landesregierung auf ihre konkreten Fragen vorliegt. „Ich vermisse, dass die Biosphärenreservatsverwaltung mit ihren Informationen direkt an die Betroffenen oder die Bevölkerung herangeht. Nur Kartenmaterial für Sportbootfahrer im Internet bereitzustellen und Faltblätter im Bleckeder Biosphaerum auszulegen, reicht nicht, – gerade die nützen dem Spaziergänger in Hohnstorf wenig“, so die Abgeordnete.

Lüchow -

Wenn es „keine spezifischen Einschränkungen für für Sportbootfahrer“ gibt, klingt das tröstlich. Doch die Einschränkung, so wörtlich „es sind die für jedermann geltenden Regelungen insbesondere der §§ 10 und 12 des NElbtBRG zu beachten“ versteht kein Normalbürger. Immerhin sei die Beschilderung in Richtung auf das Landesinnere seit 2015 erneuert und verbessert worden, wenn auch noch nicht überall. Allerdings werde es für die Wasserseite aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten auch künftig keine Beschilderung geben, so dass, wer sich auf dem Wasser befindet, dann auch nicht informiert wird. Wenig erhellend sind Erläuterungen wie „solange sich Personen auf ihren Booten (…) befinden, gelten die Befahrensregeln der Bundeswasserstraße. Sobald die Boote anlanden und das Ufer im Gebietsteil C betreten wird, gelten die Regeln des NElbtBRG.“

Bei einer Veranstaltung der Gemeinde Hohnstorf (LZ berichtete) mit ca. 200 Teilnehmern war der Informations- und Dialogbedarf z. B. von Sportbootfahrern, Anglern, aber auch Spaziergängern mit der Biosphaerenreservatsverwaltung deutlich geworden. „Die Landesregierung räumt nun selbst ein, dass gerade der sogenannte Erholungsbereich bei Hohnstorf klein und unattraktiv sei. Die beabsichtigte Überarbeitung der insgesamt 50 ausgewiesenen Bereiche durch Gemeinden und Reservatsverwaltung ist deshalb positiv zu sehen, sofern sie zu Ergebnissen führt“, so Bertholdes-Sandrock weiter. Nicht zu erklären sei allerdings, warum für Angler nach wie vor ein Schwebezustand herrsche und für viele Angelstrecken noch keine abschliessenden Regelungen getroffen seien. „Es kann doch nicht sein, dass hier Stillstand herrscht, weil Hunderte verschiedene Fischereirechte zu klären sind – das muss dringend angepackt werden“, meint die Abgeordnete.

Auf absehbare Zeit wird es im Biosphärenreservat Elbtalaue auch keine Ranger geben – ein Rückschlag für die dringend nötige Verständnisförderung zwischen Mensch und Natur. „Diesen Bedarf sieht die Landesregierung nicht. Da wird am falschen Ende gespart“, kritisiert Bertholdes-Sandrock. So bewertet die Landesregierung den Einsatz von Rangern als positiv, stelle aber keine finanziellen Mittel dafür in der aktuellen Haushaltsplanung 2017/2018 zur Verfügung. „Es muss sich also noch einiges tun, um die tiefe Verunsicherung bei weiten Teilen der Bevölkerung über das, was verboten, und das, was erlaubt ist im Biosphärenreservat, auszuräumen.“ Die Chance, dies verträglich mit Rangern zu erreichen und nicht mit berittener Polizei, wie es derzeit der Fall ist, ist jedenfalls erst einmal vertan“, resümiert Bertholdes-Sandrock.

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